Interview „Kreativität Deine Superkraft“. Im November 2017 traf ich Dr. Verena Mätzke beim Jubiläum des Cyberforums Karlsruhe wo sie über Innovation und Reformation sprach. Sofort war mir klar, dass ich mich für ihr Verhältnis zur Kreativität interessieren werden.

Danke, Frau Dr. Mätzke, dass Sie sich die Zeit genommen haben, an der Creavity-Umfrage teilzunehmen. Da Kreativität auch eine sehr persönliche Frage ist, wurde das Interview im „Du“ geführt.

 

Verdienst Du Deinen Unterhalt mit Kreativität?

Ja, als Pfarrerin gestalte ich Texte zu verschiedenen Anlässen, Themen und für verschiedene Zielgruppen.

 

Was für eine Ausbildung hast Du?

Ich habe ev. Theologie und Germanistik studiert.

 

Was sind Deine Assoziationen zur Kreativität?

inspiriert, fließend, offen, schöpferisch

 

Was bedeutet Kreativität heute für Dich?

Kreativität bedeutet, Wirklichkeit zu verändern.

 

Was bedeutet Innovation heute für Dich?

Innovation bedeutet für mich als Pfarrerin, Tradition als verwurzelnde Lebenskraft im postmodernen Kontext neu zu entdecken, Erfahrungsräume zu eröffnen, Kommunikationssituationen ergebnisoffen zu gestalten und Überraschendes zuzulassen.

 

Persönlichkeit:
Ist Deine Kreativität und Dein Arbeiten an Deine Selbstidentifikation gebunden?

Als evangelische Pfarrerin ist meine Kreativität in hohem Maß an meine Identität als Christin gebunden, in meinem Arbeiten spiegeln sich immer eigene und zutiefst persönliche Suchprozesse, Wandlungen, Fragen und Antworten wider. Meine kreativen Ausdrucksformen drücken immer auch etwas von einer inneren Kommunikation und einer eigenen Auseinandersetzung mit Glauben, Tradition und meiner eigenen Existenz in dieser postmodernen Welt mit ihren Werte-Diskussionen und ihrer Multi-Religiosität aus.

 

Persönlichkeit:
Hast Du schon mal die Lust an Deiner Kreativität verloren?

Nein.

 

Persönlichkeit:
Kann Kreativität und Effizienz/Lukrativität zusammen existieren?

  • Meine Kreativität wird durch Druck gehemmt und
  • finanzielle Sorgen dämmen meine Kreativität genauso ein.
  • Kreativität mit System empfinde ich als recht hilfreich.

 

Persönlichkeit:
Kreativität, Innovation, Neid und Zweifel. Folgendes trifft auch auf mich zu:

Ich hatte auch schon mal Bedenken, dass mir eine Idee geklaut wird und ich glaube daran, dass ich gut bin, aber es geht auch immer besser…

 

Arbeitsweise:
Setzt Du „mentale“ Werkzeuge wie Kreativitätstechniken, Systematik, Rituale für Deine Arbeit, etc. ein?

Ich versuche, mich durch Meditation zu fokussieren, klappt nicht immer, hilft aber.

 

Arbeitsweise:
Inspiration ist für mich…

  • unberechenbar,
  • Kontakt zur mir selbst
  • Veränderung von bereits Vorhandenem
  • reisen, Ortswechsel

 

Arbeitsweise:
Beschreibe Deine Arbeitsstruktur/Arbeitsroutine/Designroutine?

Ich arbeite mit Texten im öffentlichen Raum, d.h., ich verbinde Themen und Menschen durch Sprache. Meine Arbeitsstruktur sieht so aus, dass mein Thema in mir arbeitet, während ich Menschen in ganz unterschiedlichen Lebenssituationen begegne. Dazu kommen meine eigenen Auseinandersetzungen. Bevor ich äußerlich kreativ tätig werde, arbeitet es lange in mir und setzt menschliche Begegnungen mit dem Thema, an dem ich arbeite, in Beziehung. Irgendwann setze ich mich hin, beginne mit der Verschriftlichung von Assoziationen und dann entsteht der Text.

 

Welchen Ratschlag hast Du an Dein 10 Jahre jüngeres „Ich“?

Mach dir nicht so viele Sorgen!

 

Dr. Verena Mätzke ist evangelische Pfarrerin

in der Evangelische Kirchengemeinde Wertheim und betreut und wirkt in der Emmausgemeinde
Evangelische Pfarrgemeinde Eichel-Hofgarten

www.kirchenbez-wertheim.de